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Wer ist eigentlich "DU SOLLST"?

 

Inspiriert zu diesem Artikel wurde ich durch einen Podcast. Nämlich den von Lukas Klaschinski (180° Staffel 1) und durch seinen Podcast-Partner Dieter Rohmann. Im Interview selber geht es um das Thema Sekte und Sektenausstieg. Keine Panik, ich werde nun nicht einen Podcast über Sekten schreiben. Das ganze Interview war sehr inspirierend. Allerdings haben mich speziell die letzten 5 Minuten inspiriert. 

 

Herr Rohmann erwähnt dabei eine ganz wichtiges Thema. Es herrscht in unserer Gesellschaft ein "Ist-Soll-Dilemma". 

Was heisst das? So wie ich bin, ist vielleicht nicht so, wie ich mich gerne hätte. Wer jedoch hat dieses SOLL definiert. Wie soll ich ich den gefälligst sein? Wer ist "DU sollst .... so sein." 

 

Social Media und Medien überhaupt überschwemmen uns täglich und helfen uns dabei uns ständig zu vergleichen.
Was passiert dabei, wir sind mit unserem Ist nicht mehr zufrieden und definieren uns (fast) nur noch über unser Soll.

Zusätzlich verabschieden wir uns von unserer Selbstverantwortung. Weil wir das Soll und die Menschen welche dieses Soll definieren in den Driver Seat unseres Leben setzen. 

 

Fragen kreisen uns täglich im Kopf. "Vielleicht sollte ich anders sein?" "Wohin soll ich?" 

Herr Rohmann setzt im Interview den Vergleich wie wir uns in Partnerschaften und Freundschaften verhalten. Wir gehen soweit, dass wir bereit sind uns zu ändern, damit wir so sind wie wir aus Sicht unseres Gegenübers "sein sollten."

 

Stattdessen sollten wir uns lieber fragen, WER ist "Du sollst?". Wer definiert "wie ich sein soll?" oder "wohin ich soll?".

Oder noch besser: ICH BIN! Und WER WILL ICH SEIN?  

 

Dieses Thema beschäftigt mich selber gerade sehr stark. Und jedes Mal, wenn ich mich zu sehr über "DAS SOLL" definiere, geht es mir schlecht. Ein aktuelles Beispiel im Zusammenhang mit Instagram. Gestern habe ich einen Zeitungsartikel gelesen von einer Frau aus unserer Region, welche über 150'000 Follower hat bei Instagram. Das hat mich brutal getriggert. Ich wollte alles hinschmeissen, weil ich dachte, dass ich wohl nicht genug bin. Das, dass was ich tue nicht genug sein SOLL. Doch ich bin aufgestanden. Weil ich nicht sein soll sondern sein WILL

 

Und weil ich eine jedes Mal soviel Freude verspüre, wenn ich das tue was ich so gerne tue. 

 

Wie geht es euch damit? 

 

Dieter Rohmann hat das Interview mit einem tollen Satz beendet. Vielleicht sollten wir zwischendurch mit uns einen Kompromis schliessen nämlich ich bin ok.

 

Oder ICH BIN. 

Eine der kraftvollsten Affirmationen. 

 

Herzliche Grüsse und auf bald.