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Der Panama-Effekt (Kolumne für Berner Landbote)

 „Oh, wie schön ist Panama“ (Geschichte von Janosch)

 

 

Der kleine Bär und der kleine Tiger leben in ihrem Haus am See. Zufrieden und glücklich. Bis der kleine Bär eines Tages im Fluss eine Kiste findet, gekennzeichnet mit "Panama" und einem feinen Duft von Bananen. Er beschliesst, Panama soll das Land meiner Träume sein. Der Bär und der Tiger beginnen von Panama zu träumen. In Panama ist alles noch viel schöner und noch viel besser. Sie beginnen eine abenteuerliche Reise und entdecken am Schluss der Geschichte "Panama". Panama entpuppt sich jedoch als ihr "altes" Haus und ihr "altes Land. Durch die Reise hat sich nur der Blickwinkel verändert und doch empfinden sie alles als NOCH schöner.  

 

Diese Geschichte passt wunderbar in unsere Zeit. Mich berührt sie sehr. Immer noch. Sie zeigt, wie sehr wir uns heutzutage ablenken lassen. Wie sehr wir von etwas ablassen und es einfach ersetzen. In der Hoffnung, alles wird dann noch besser und noch schöner. 

Wir konsumieren und ersetzen. Nicht nur Materielles, nein auch Beziehungen. Wird es mal herausfordernder, schwieriger oder komplizierter, heisst die Devise beenden. Wir nehmen uns jedoch immer mit. Und der Alltag, der kommt wieder. Immer wieder. Die Frage ist lediglich, was machen wir mit dem Alltag? Der Alltag ist "Panama". Stets haben wir die Wahl. In jedem Alltag ist auch ein Zauber inne. Der Zauber der kleinen WERTvollen Momente. Das Leben und die Menschen schenken uns diese Momente, wenn wir offen sind und es zulassen. Wenn wir achtsam sind und bewusst durch das Leben gehen. 

Die Wahl liegt bei uns, Ablenkung oder wieder mehr im Jetzt leben. Auch wenn es mal unangenehm wird.

 

Die Geschichte lässt sich auch auf uns selber projizieren. Viele Menschen sind auf der Suche nach sich selbst. Nach ihrer Berufung. Eine ganze Coachingindustrie hat sich aus dieser Suche mit den Suchenden gebildet. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass alles was wir sind und uns ausmacht bereits in uns ist. Es muss nicht die ganz grosse Sensation sein. Es ist oft etwas, dass wir schon lange tun. Immer wieder tun.

 

Freude kann da ein ganz wunderbarer Wegweiser sein. Und Menschen welche uns mit dieser Gabe wahrnehmen.

Diese Suche nach sich selbst ist oftmals wie "Panama". Es ist eine Reise, welche wir gehen wollen. Niemand kann uns die abnehmen. Doch wenn wir dann endlich in „Panama“ ankommen, nach vielen Jahren der Suche sind es oft die Fähigkeiten, Talente und Interessen, welche wir schon damals im Kinderzimmer ausgelebt haben. Nur haben wir sie durch Glaubenssätze, Erlebnisse, Erziehung und Schule vergessen. Doch wir haben die Möglichkeit diese wieder zu entdecken. Wir begeben uns einfach selber auf die Reise zu uns selbst, immer der Freude nach und mit der Frage im Gepäck, was will ich eigentlich? Dann haben wir das Privileg unser eigenes Panama zu entdecken.

 

Viel Spass beim Entdecken. 

Das Beste ist immer schon in Dir.

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Kommentare: 2
  • #1

    A.P. (Mittwoch, 21 August 2019 14:00)

    Oh DANKE. Wie schön ist Panama. Die Geschichte auf diese Art neu aufgezeigt sehr wertvoll und die passende Illustration dazu, wundervoll. Bitte mehr davon.

  • #2

    F.C. (Donnerstag, 22 August 2019 10:15)

    WUNDERVOLLE WORTE:-) Ich empfinde genauso und kann das nur bestätigen.

    P.S. "Oh wie schön ist Panama",war eines meine Lieblingsbücher ;-)